So mache ich gin
Artikel 1 von 3 · Von Henrik Nerst · Gründer
So mache ich Gin
Ein Brief von Henrik Nerst über Rohstoffe, den präzisen Schnitt und die nordische Philosophie hinter der Flasche.
Ich heiße Henrik Nerst. Ich mache Gin auf Bornholm. Und ich möchte Ihnen genau erklären, wie ich das tue — und warum es einen Unterschied in Ihrem Glas macht.
01 — Es beginnt mit den Rohstoffen
Weizen, Wasser und nichts dem Zufall überlassen
Ich verwende einen neutralen Weizenalkohol mit 96% Vol., der fünfmal destilliert wird, bevor er meine Kolonne erreicht. Weizen ist geschmacksneutral — er trägt die Botanicals, statt mit ihnen zu konkurrieren. Es ist nicht die günstigste Lösung. Aber es ist die richtige.
Der Basisalkohol macht 30% meiner Destillation aus. Der Rest — 70% — ist Wasser von Bornholm. Unser Wasser ist weich und rein auf eine Art, die anderswo schwer zu finden ist. Harte Mineralien dämpfen die botanischen Noten und hinterlassen eine Rauheit, die keine Technik nachträglich entfernen kann. Ich beginne sauber. Das bedeutet, mein Gin ist sauber.
02 — Der Schnitt macht den Unterschied
Hier entscheidet sich die Qualität
Bei der Destillation entstehen drei Fraktionen: Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Der Vorlauf wird vollständig verworfen. Er enthält Methanol — direkt schädlich. Aber wo man die Grenze zieht, ist unterschiedlich. Ich gehe weiter als nötig. Ich will nicht riskieren, dass auch nur ein Tropfen Vorlauf in den Mittellauf gelangt.
Der Mittellauf ist das Einzige, was ich behalte. Er beginnt bei etwa 91% Vol. und sinkt allmählich, während die Botanicals dem Dampf ihren Geschmack verleihen. EU-Recht schreibt einen Schnitt bei 65% Vol. vor. Ich schneide bei 85%. Das kostet mich bei jeder einzelnen Charge Ausbeute. Aber der Nachlauf enthält die harzigen, schweren Noten, die billigem Gin seine kiefernartige Bitterkeit verleihen. Genau diese Bitterkeit finden Sie nicht in einer Flasche ENE Organic Gin – Original Dry.
Unser Gin schmeckt nach Gin und Wacholder — nicht nach Kiefer. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer Entscheidung, die ich bei jeder einzelnen Destillation treffe.
03 — Die nordische Philosophie
Balance statt Dominanz
Ich nenne es den nordischen Stil. Es ist kein Marketingbegriff — es ist eine Haltung. Kein einzelner Geschmack darf die Oberhand gewinnen. Wacholder soll nach Wacholder schmecken: frisch und aromatisch. Sanddorn nach Sanddorn. Holunderblüte nach Holunderblüte. Zusammen entsteht etwas, das keine einzelne Zutat allein erschaffen könnte — genau diese Philosophie steckt in unserem WILD Botanicals Gin, bei dem jedes wilde Botanical für sich schmeckbar bleiben soll.
Das ist nur möglich, weil ich den Nachlauf früh abschneide. Die späten Verbindungen übertönen die feinen Noten. Indem ich sie entferne, bewahre ich die Feinheiten des Gins — die Dinge, die ihn wert machen, langsam getrunken zu werden.
04 — Und am nächsten Morgen
Keine Magie — einfach richtig gemacht
Viele Kopfschmerzen am nächsten Tag entstehen nicht durch den Alkohol selbst. Sie entstehen durch Fuselöle und Methanol aus Vor- und Nachlauf. Weil ich an beiden Enden großzügig verwerfe, fehlen diese Verbindungen in meinem fertigen Destillat.
Viele Gäste sagen mir, dass mein Gin leichter im Magen liegt als andere. Das freut mich zu hören. Aber es ist keine Magie — es ist einfach das Ergebnis, wenn man es richtig macht. Wenn Sie den Unterschied selbst probieren möchten, können Sie bei uns auf Bornholm eine Führung mit Verkostung buchen.