Wild Distillery aus der Vogelperspektive, Bornholm
Wild Distillery aus der Vogelperspektive

Für viele deutsche Bornholm-Reisende ist die Insel zunächst ein Ziel für Entspannung, für Spaziergänge entlang der Ostseeküste und für lange Radtouren. Wer genauer hinschaut, entdeckt aber schnell, dass Bornholm auch kulinarisch seinen eigenen Weg geht. Die Insel hat mehr Sonnenstunden als jeder andere Ort in Dänemark, eine der ältesten Felsküsten des Landes, und eine Esskultur, die konsequent auf Handwerk statt Massenware setzt: geräucherter Hering, kleine Brauereien, hausgebackenes Brot und, zunehmend, dänischer Gin, Wodka und Aquavit aus den eigenen Zutaten der Insel. Das ist kein Zufall, sondern die direkte Folge dessen, was die Insel selbst hergibt.

CharakterEine Insel, die auf Qualität und Handwerk setzt

Die Bornholmer nennen ihre Insel gern die „Sonneninsel", und das ist kein reiner Marketingbegriff: Tatsächlich scheint hier die Sonne öfter als irgendwo sonst in Dänemark, was sich in Obst, Beeren und der allgemeinen Stimmung der Insel bemerkbar macht. Was Bornholm aber wirklich ausmacht, ist ein beharrlicher Anspruch an Handwerk. Die Töpfereien, Glasbläsereien, Räuchereien und Brauereien der Insel sind weit über Dänemark hinaus bekannt, und genau diese Haltung setzt sich inzwischen auch bei Spirituosen durch. Bornholm ist keine Insel, die man wegen einer einzelnen Sehenswürdigkeit besucht. Man kommt vielmehr her, um zu erleben, was entsteht, wenn Menschen sich Zeit nehmen, Dinge richtig zu machen.

LandschaftWie die Natur der Insel bestimmt, was hier destilliert wird

Bornholms Geografie ist für dänische Verhältnisse ungewöhnlich: schroffe Felsküste im Norden, Sandstrände im Süden, und dazwischen ein Landesinneres aus Wald, Heide und Ackerland, das sich völlig anders anfühlt als der Rest Dänemarks. Der salzige Ostseewind dringt weit ins Land, die Sommertage sind länger als anderswo, und der Boden wechselt auf wenigen Kilometern von sandig zu steinig. Zusammen ergibt das ein Mikroklima, das den heimischen Zutaten wie Wacholder, Sanddorn, Hanf und Schlehe einen schärferen, konzentrierteren Charakter verleiht, als man ihn sonst aus Dänemark kennt.

Genau auf dieser Kombination baut Wild Distillery seine Produktion auf. Die ENE-Serie nutzt ökologische bornholmische Zutaten wie Sanddorn aus Svaneke und Hanf aus Østermarie. Der seltenere WILD Botanicals Gin dagegen besteht ausschließlich aus wildem Wacholder, den Master Distiller Henrik Nerst mit einer Sondergenehmigung der dänischen Naturschutzbehörde selbst im Ravnedalen sammelt, einem Tal nahe der Nordspitze der Insel. Da sich das Wetter von Jahr zu Jahr unterscheidet, schmeckt auch kein Jahrgang des WILD Botanicals genau wie der vorherige.

Bornholms hügelige Landschaft
Bornholms Landschaft
Wacholder, der im Wind der Ostsee wächst, schmeckt nicht wie Wacholder von anderswo. Genau darum geht es.
Henrik und Sopha Nerst bei Wild Distillery
Henrik und Sopha Nerst

Das ErlebnisWild Distillery als Teil der Bornholm-Reise

Ein Besuch bei Wild Distillery in Aakirkeby passt gut zu einer Route mit Hammershus, den bunten Häusern von Gudhjem und den berühmten Räuchereien der Insel. Für viele Gäste aus Deutschland, die über die Fähre ab Sassnitz anreisen, ist er dabei ohne großen Umweg zu erreichen. Die Destille liegt zentral auf der Insel, mit Laden und Showroom, in dem man sich regelmäßig durch das Sortiment probieren kann. Im Sommer gibt es zusätzlich eine geführte Masterclass, deren aktuelle Termine Sie auf der Seite zu den Führungen finden: Henrik Nerst führt dabei selbst durch die Destille, erzählt die Geschichte hinter jedem Produkt, und im Anschluss folgt eine Verkostung mit mehreren Gin-Sorten und drei unterschiedlichen Gin Tonics.

Was Besucher meist mitnehmen, ist nicht nur eine Flasche Gin, sondern ein klareres Gefühl dafür, wie die Landschaft Bornholms, von der Felsküste bis zum Waldboden, am Ende bestimmt, was im Glas landet. Genau das macht aus einer Bornholm-Reise mehr als nur ein paar Tage am Strand.


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